Die Karelischen Linien

Die Befestigungsanlagen in der finnischen Landenge Kareliens wurden in vier Linien unterteilt.

Die erste war die Mannerheim-Linie. Benannt ist Sie nach Carl Gustav Emil Mannerheim und misst eine Länge von gut 136km. Diese Verteidigung sollte die Rote Armee hindern ins Land zu fallen. Ihre Kampfkraft unterlag aber der, zu jener Zeit vergleichbaren Verteidigungslinien, wie dem Westwall, Ostwall der Maginot-Linie und anderen.

Sie bestand größtenteils aus Schützengräben, Panzersperren und Stacheldraht. Befestigte Anlagen und große Bunker standen nur vereinzelt. Trotz dieser Defizite konnte die Mannerheim Linie, auch gegen die nahende Übermacht der Roten Armee, zwei Monate die Front halten.

Die VT-Linie wurde erst 1942-44 errichtet und umfasste zwei Abschnitte, ca 63 und 69 km. Allerdings konnte diese Verteidigung nicht lange gehalten werden, weshalb sich die Finnen zur VKT-Linie zurückzogen. Von Juni bis September hielten hier die Gefechte an. Den Russen gelang es in die Verteidigung einzubrechen und einen Brückenkopf zu errichten, doch auch die Finnen schlugen einige Offensiven zurück. Nach geschlossenem Waffenstillstand rückten die Finnen ab und gingen in Stellung auf der Salpa Linie.

Diese war Ihre letzte Bastion vor der endgültigen Niederlage gegen Russland. Diese knapp 1.200km lange Verteidigung wurde 1940 begonnen, 1941 wieder pausiert. Erst 1944 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Denn die Salpa Linie sollte die anderen Linien stärken. Aufgrund dessen, dass die Finnen die Rote Armee schon vor Erreichen der Salpa-Linie zum Halt und zu Friedensverhandlungen stoppen konnten, diente Sie tatsächlich nur als Abschreckung und wurde nie zu Kampfgebiet.

Die Karelischen-Linien waren, trotz Ihrer vergleichbar geringen Ausbaustärke, durch Ihre geografische Lage und dem absoluten Willen Ihrer Soldaten, eine schwierige Aufgabe für die russischen Truppen. Die Verluste der Finnen betrugen nur einen Teil der Verluste Russlands.

Anders als die Franzosen und die Deutschen, welche Ihre Linien als unüberwindbar propagierten und sich voll und ganz auf deren Stärke verließen, war Finnland von Anfang an klar, dass diese Verteidigung Ihnen lediglich Zeit verschaffen kann, um der Übermacht auf diplomatischem Wege zu begegnen.

Euer PB646

 

 

Der Ostwall

Der Ostwall war ein Projekt zum Ausbau einzelner Verteidigungsstellen aus Zeit der Weimarer Republik. Diese Verteidigungsstellungen sollten zu Festungen und einer ganzen Verteidigungslinie von gut 360km wachsen.
Im Befehl zum Ausbau der Pantherstellung, wurde erstmals der Ostwall als eine Einheit beschrieben. Die gesamte Bunkerlinie bestand aus den folgenden 3 Zonen:
1. Die Pommernstellung (im Norden)
2. Der Oder-Warthe Bogen (Mittig), auch Festungsfront Oder-Warthe genannt
3. Die Oderstellung (im Süden)
Auch die Ostpreußenverteidigung, welche gegen die Rote Armee schützen sollte, gehört korrekterweise zum Ostwall, allerdings gehen wir hier nicht direkt drauf ein.
Vor der Machtübernahme wurden die 3 Linien durch Gräben und MG-Stellungen gesichert und sollten eine effektive Lösung für die fehlende Truppenstärke der Republik bilden. Im dritten Reich, wurden die Stellungen zunehmend befestigt, da Hitler fürchtete, die Russen könnten ins Reich einfallen. Der Oder-Warthe Bogen erhielt hier die meiste Aufmerksamkeit. In diesem Gebiet wurden die meisten und stärksten Bunker und die besten Bewaffnungen des Ostwalls verbaut.
Die Bunkerbauten folgen auf einer beträchtlichen Länge den natürlichen Wasserlinien. Mit dem deutschen Vorstoß und Angriff auf Russland, der Großteil stand der Großteil dieser Bunkerlinie, bis zum Rückzug der Wehrmacht, leer.
Erst nach der Wiederbewaffnung, bedingt durch den Einbruch der Deutschen an der Ostfront, gewann der Ostwall wieder an Bedeutung. Er war, ähnlich wie der Westwall, bei der Verteidigung gegen den Einfall des Feindes sehr effektiv. Doch durch die vielen Strapazen des Zweifronten-Krieges, der hohen Verluste an der Ostfront, und anderer Kräfte zehrender Entscheidungen der OHL wurde auch der Ostwall durchbrochen.
Die Ostpreußenverteidigung diente zum Schutz der Exklave Ostpreußen und Teile wurden später zum FHQ Wolfsschanze ausgebaut.

Euer PB646

Die Siegfried-Linie

Nach Ende des ersten Weltkrieges sah sich Europa in einer Zeit der Grenzaufrüstung. Verschiedenste Länder stellten enorme Verteidigungslinien auf, wie z.B. die letzte Woche behandelte Maginot-Linie. Doch auch Belgien Griechenland, die Tschechoslowakei und Russland scheuten keine Mühen Ihre Grenzen zu befestigen.
Der Weimarer Republik war es durch den Versailler Vertrag untersagt, solche Projekte zu verfolgen. Mit Hitlers Machtübernahme wurden in Zusammenhang mit der Besetzung des Rheinlandes die ersten Brückenköpfe zur Verteidigung der deutschen Grenzen befestigt. Dies war der Grundstein des Westwalls.

Um die Baukosten und die Zeit möglichst niedrig zu halten wurden Regelbauten entworfen, welche an der rund 630km langen Linie aufgebaut werden sollten. Durchdiese Planung konnte effizient gearbeitet werden und er Westwall entstand in den Jahren 1938-1940 in seiner Grundlegenden Form.
Im Ausbau der Siegfried-Linie unterschied man zwischen den strategisch wichtigen und weniger wichtigen Punkten und benutze drei unterschiedliche Befestigungsgruppen in Kombination oder einzeln:
1. Die Festungsbauten:
Waren Bunkeranlagen, zur Verteidigung gegen massiven Angriff. Diese wurden mit eigener Strom und Wasserversorgung ausgestattet um im Zweifelsfall eigenständig zu agieren. Durch Ihre Bewaffnung und Ihren massiven Schutz hatten Sie eine wichtige Schlüsselposition.
2. Die Stellungsbauten:
Waren kleinere Bunker, welchen hauptsächlich mit MGs ausgerüstet waren und lediglich eine dünne Bunkerwand besaßen. Diese wurden in großen Zahlen aufgestellt und konnten sich Gegenseitig Feuerdeckung geben und auf diese Weise eine starke Verteidigung leisten.
3. Die Sperranlagen:
Waren eine Kombination aus Stacheldraht, Panzersperren, wie z.B. die Drachenzähne, und teilweise Minenfelder. Diese Sperranlagen wurden häufig zum Schutz der Bunkeranlagen angelegt. Denn mithilfe dieser war das Ausschalten der einzelnen Anlagen wesentlich erschwert.

Die Planungen für die gedachte Hauptverteidigungsflanke beliefen sich auf bis zu 1.800 Festungsbauten und an die 10.000 Stellungsbauten. Dies wurde jedoch durch den Rohstoffmangel zu einer Utopie. Zum weiteren Schutz errichtete man im direkten Hinterland der Siegfried-Linie eine Luftverteidigungszone, ausgestattet mit Flaks und einzeln einigen Start und Landebahnen.
Der Westwall wurde als unüberwindbar in der deutschen Wochenschau propagiert (wie auch die Maginot-Linie in Frankreich) und erhielt so den Namen Siegfried-Linie, welche in der germanischen Mythologie fast unverwundbar ist. Letztendlich wurden ungefähr 17.00 Bunker und Sperranlagen gebaut und umgerechnet gut 875.000.000 Euro für die Errichtung und den Schutz von 630km Grenze aufgebracht.
Die erste Gefechte wurden 1944 am Westwall geführt, nachdem die Alliierten in der Normandie gelandet und die Wehrmacht zurückgedrängt hatten. An den groß befestigten Brückenköpfen konnten die Bunker Monatelang effizient und erfolgreich verteidigt werden. Die Alliierten hatten mit großen Verlusten und fehlendem Bodengewinn zu kämpfen. Doch umgingen die Alliierten die Siegfried-Linie mit Verbänden ganz oder griffen verstärkt schwächere Zonen an, um weiter ins Land vordringen zu können und die Bunker einzukesseln. Nach der Ardennen-Offensive, der größten Gegenoffensive des deutschen Reiches an der Westfront, fehlte es an Truppen, um den Westwall adäquat verteidigen zu können. So konnten schließlich die Alliierten auf breiter Front durchbrechen.

Der Westwall war ein enormes Bauprojekt, was effizient geplant und dennoch durch fehlende Ressourcen nicht Planungsgemäß umgesetzt werden konnte. Sein Massiv und seine Größe zeugen von der Gewalt, mit welcher man Feinde von den Grenzen fernzuhalten suchte. Auch die Taufe zur Siegfried-Linie beweist, welche Bedeutung Ihr zur Reichsverteidigung bemessen wurde. Doch auch wie Siegfried eine nicht geschützte Stelle zwischen den Schultern hatte, so hat auch die Siegfriedlinie mit Ihren Schwächen und Mängeln zu kämpfen gehabt und ist an Ihnen letztendlich gefallen.

Euer PB646

Die Maginot-Linie

Die Maginot-Linie ist ein Verteidigungswall, bestehend aus Bunkern und Festungsanlagen, entlang der französischen Grenze, vom Norden bis ans Mittelmeer.

Die Verteidigung wurde zwischen den Weltkriegen errichtet, um sich gegen das wieder erstarkende deutsche Reich zu verteidigen.

On ne passe pas – Man kommt nicht durch

Dies war der Leitspruch, mit dem die Unüberwindbarkeit der Linie propagiert wurde. Doch war das Ziel primär lediglich darauf beschränkt, deutsche Truppen einzubremsen und so die eigenen Truppen an entsprechender Stelle sammeln zu können.

Der Bau begann an der Grenze zu Italien und wurde na den Nord-Ost Grenzen aufgenommen und verstärkt vorangetrieben, als Adolf Hitler die Macht übernahm. André Maginot, welcher bis 1932 Kriegsminister Frankreichs war, strebte nach einer Grenzbefestigung und trieb den Gedanken und deren Umsetzung voran. Aufgrund seines Ablebens wurde Ihm zu Ehren der Wall zur Maginot-Linie getauft.

Anfangs im sogenannten Sitzkrieg saßen sich Frankreich (mit den Briten) und das dritte Reich hinter Ihren Verteidigungsanlagen gegenüber und warteten ab.

Durch die Sichelschnitttaktik, wurden die Truppen Frankreichs umverteilt und boten den Deutschen genug Raum für Ihren Ardennenstoß. Dies wurde begünstigt durch den Umstand, dass die Befehlshaber Frankreichs die Ardennen für Panzerunzulänglich hielten und so den schnellen Vorstoß der deutschen Truppen unterschätzten. So konnte die Bodenoffensive durch Luftunterstützung im geplanten Blitzkrieg durch die Verteidigungsstellungen brechen und innerhalb weniger Wochen Frankreich einen Waffenstillstand aufzwingen.

Nun könnte man denken, dass die Maginot-Linie unbrauchbar und nutzlos war. Doch muss man bedenken, dass nur vereinzelt die Bunkeranlagen eingenommen oder zerstört wurden. Der Großteil dieser Verteidigungslinie wurde mit dem Waffenstillstand auf Befehl aufgelöst. Die unkonventionelle Taktik auf deutscher Seite und die Fehleinschätzung der Führung Frankreichs führten zu dem schnellen Ende einer starken Befestigungslinie.

Euer PB646